Die Modellbahnhersteller gehen, wohl herausgefordert durch die breitflächigen Werbeflächen und unregelmäßigen Designs der aktuellen Triebfahrzeuge, mehr und mehr vom soliden, handwerklichen Tampondruckverfahren zum Digitaldruck über.

Dabei werden nicht mehr einzelne Druckfarben durch Abnahme und Aufdruck übertragen, sondern ein Mehrfarbdrucker "spritzt" die Farbpunkte in einem einzigen, durchgängigen Prozeß auf das Modell - im Prinzip genau wie beim Tintenstrahldrucker daheim.

Das gelingt mal mehr, mal weniger und insbesondere ROCO hat da so seinen Lernweg zurückzulegen. Andere lassen zu komplexe Schritte einfach weg wie z. B. PIKO.

Die Haltbarkeit der Aufdrucke ist deutlich geringer, einer Mattierung mit Klarlack durch den Käufer mit hohem Risiko behaftet, da viele Druckfarben selbst von wasserbasierten Lacken angegriffen werden.

Oft leidet darunter das Preis-Leistungsverhältnis erheblich und im Zeichen des Online-Handels dürfte die Zahl der Retouren bei den Händlern, die Ware ungeprüft herausgeben, deutlich steigen.

Irgendwann wird es ein Standardverfahren sein und auch genügend ausgereift, um akzeptable Ergebnisse zu bringen. Bis dahin muss der Käufer damit leben - oder es lassen, wie ich.

März 2021 Will Berghoff